Donnerstag, 14. Dezember 2017

Nicht lösbar.


Tod. Trauer. Totale Schwere. Um DEM Verlust irgendeinen Ausdruck zu verleihen, müsste ich mich in Stücke reißen, schwer verletzen oder ewig betäuben ... äquivalent DEN Ausgleich finden, um DER Unfassbarkeit des Schicksals befriedigend begegnen zu können. /// 
Aber das Leben zwängt sich in die dunkelsten Ecken meines Inneren, verhindert den endlosen Sturz in tiefe, fette Schwärze. Das fordert mein schlechtes Gewissen massiv heraus, kolportiert angemessenes Verhalten, verdrängt stetig gewünschte Verarbeitungen ... ///
Warum schreibe ich davon? Vielleicht weil diese Situation mit meinem bisherigen Leben nicht im Entferntesten zu tun hatte. Weil sie mich jeden Tag und jede Sekunde herausfordert ... was weiß denn ich?! Außerhalb jeglicher Reichweite lagen solche marternden Gedanken in meinem bisherigen Leben - war das nun gut oder nicht? Darauf habe ich keinerlei Antwort. ///

Sonntag, 10. Dezember 2017

Gefundenes Fressen - Teil 62.


Ein wahrlich °GEFUNDENES/FRESSEN! Brachial, monströs, obszön, monumental, riesig, urban, unverwechselbar schön in Form und Gestaltung: DER Knochen! Auf meinen unendlichen Wanderungen durch den SAALEKREIS stolperte ich über dieses Ungetüm und hielt es für die Nachwelt fest ... neben Stiefelgröße 46, zwischen altem Laub und frisch gefallenem Schnee-Griesel. Das Rätsel ist hiermit eröffnet: Wer weiß von welchem Vieh, Wild oder Getier dieses "Monster" stammt? Pferd? Ochse? Mammut? Tarzan? ...

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Vergeblich.


Vergeblich. [ Aus dem Leben eines Siebzigjährigen ]

Jetzt bin ich alt [ und spüre die Zeit aus allen Poren fliehen ... ] Mein Name ist Peter [ und im Spiegel ist nichts mehr an seinem angestammten Platz ]
Mir wird schlecht [ von meinem eigenen, schalen Mundgeruch ] Bei der morgendlichen Rasur welker Haut, schlitzt die brüchige Klinge bis aufs Blut. Es bilden sich winzige Bläschen aus purpurnem Rot ... meine Wangen brennen! Überall bleiben vereinzelte Stoppeln hartnäckig unterm Kiefer stehen ... vergeblich alle Mühe um optische Korrekturen!
[ Nichts ist schlimmer, als der Rückzug von einem fast erreichtem Ziel ] Das passiert mir nun immer öfter. Meine Tränen werden gespeist aus einem See ohne Wasser [ übliche Regungen weichen einer nahenden Starre ]

Als Kind schien mir das Leben weit wie sieben Meere ... unendlich in jede Himmelsrichtung auslaufend und voller unbeantworteter Fragen [ und diese furchtbare Ungeduld auf das nächste und übernächste Jahr ] Die Mühsal aller Tage zementiert ihren erkalteten Schweiß [ vergeblich alles Liebgewonnene am letzten Tag vor meiner endgültigen Abreise ]

Montag, 4. Dezember 2017

Gefundenes Fressen - Teil 61.


Vorder- und Rückseite ... gleich beim ALDI auf regennasser Fahrbahn vom kalten Asphalt abgezogen ... Anfang Dezember in der Stadt ... und niemand weiß woher und wohin! Ein durcheinander an Informationen, Aufgaben und Einkäufen - in optimierten Zeiten ein wahrer Genuss für das analoge Auge. Und so schmiegen sich GELBE SÄCKE an einem SAMSUNG und dem TOPFDECKEL ... Von einem PACK FOR PRAG mal ganz abgesehen!

Mittwoch, 29. November 2017

Senkrecht.


Es ist ein guter Morgen ... alles in mir scheint zur Ruhe gekommen zu sein .... die Gedanken sind rein und klar ... mein Herz schlägt weich und gemächlich ... so in etwa fühlt sich wohl tief verborgenes Glück an..
Um mich herum schläft noch alles. Der Kühlschrank brummt gleichmäßig, eine ferne Straßenbahn kraucht schnaufend um eine der engeren Kurven ... 4:25 Uhr in der dunklen Stadt. Ein kleiner Frieden macht sich breit, streckt seine Glieder in jede Seitenstraße hinein und atmet gleichmäßig durch angelehnte Fenster auf die schlafenden Menschen. Zeit steht augenblicklich still. Spürbar warm hebt sich meine Brust in einem weiten Sweatshirt ... unter meiner Stirn entspannt sich die allgemeine Lage wie nach einem tosendem Gewitterguss ... beide Augenpaare wirken munter und sehen das Gute in den Dingen. Für diesen Augenblick hat Gott wieder die Möglichkeit, meinen Fragen nachzukommen ... das Leben liegt vor uns allen wie ein frisch bezogenes, fast noch steifes Kopfkissen ... einladend, liebenswert, vertraut. Jetzt ist die Zeit zum Fallen lassen.

Sonntag, 26. November 2017

THIRST.


>> Sie wissen was das heißt?! >> Können wir mit ihnen rechnen? >> Hatte ich mich deutlich genug ausgedrückt? >> Wir nehmen sie nicht aus der Verantwortung! >> Sind sie sich der Tragweite ihrer Handlungsweisen bewusst? >> Das wird Konsequenzen haben! >> Das interessiert mich nicht! >> Ist das ihre Meinung? >> Das ist alles was sie dazu sagen können? >>

Und wenn schon ... In meinen viel zu engen Jeans stake ich breitbeinig in die nächste Kneipe und ordere dort das Übliche - gegen die Wut und für das vollkommene Vergessen. Der Durst ist schier unerträglich und nagt an meinem aufgerauten Rachen wie die ekelhaften Viecher der dreckigen Kanäle ... Das mir das heute wieder mal alles zu viel werden würde, DAS war doch so was von klar! Mir bleibt ein knisternder Schein in einer porösen Börse, ein Gesicht aus Narben und brennendem Rasierwasser ... der verstohlene Blick auf ein blondes Ungetüm mit gerissenen Lippen und handbreitem Schlitz im Rock.

>> Das ist nicht das, was wir von ihnen erwarten! >> Sie stehlen sich aus der Verantwortung. >> Bleiben sie bei der Sache! >> Die Zahlen sprechen eine andere Sprache! >> Am Ende wird abgerechnet. >> Ausgerechnet sie sagen das! >> Kommen sie morgen wieder. >> Es ist für beide Seiten das Beste! >> Eine Veränderung würde ihnen gut tun! >>

Meinetwegen. Vier Zigaretten innerhalb einer Stunde ... vier Schnäpse im Sturzflug, einmal Sozialkritik - das ganz große Getöns - und aller zwei Sätze unterstreiche ich meine generelle Haltung mit dem Ausruf: SINNLOS! Der rechte Zeigefinger pult in einer juckenden Ohrmuschel, die linke Hand balanciert eine glimmende Kippe und mir steigt ein schwindelerregender Intervall von abstrusen Ideen in den krausen Nüschel. Im Grunde habe ich doch hier nichts mehr verloren. Das Geld ist alle, mein Glas fast leer und der skeptische Blick meines Gegenübers macht mich nervös. Das ist nicht mehr meine Zeit, meine Welt, mein Leben. Und dann dieser unsägliche Durst! Vier Weiber blättern in einem leeren Buch ...

Mittwoch, 22. November 2017

Das NIE und das NIMMER.


Die LEERE ist das NIE und das NIMMER. Jetzt habe ich es endlich, ein für allemal, verstanden! Wenn alles verloren scheint, ist nichts verloren - und jeder Gewinn ist in seinem Wert gleich Null ... Da geht mir doch zu später Stunde, nach einem Liter Wein, ein kleines Licht auf.